Bullet Journal für Anfänger - so findest du Klarheit, Produktivität und behältst den Überblick



Obwohl ich ein großer Kalender und Notizbuch Fan bin, habe ich wirklich lange und vergeblich nach einem System gesucht, das für mich funktioniert. Kein Kalender hatte das, was ich gebraucht hätte, um Klarheit im Kopf und Produktivität im Alltag zu finden.


Vielleicht kennst du das ja auch. Gerade wenn viel zu tun ist basteln wir uns eine bunte Mischung aus Klebezetteln, Kalendern, Notizbüchern und einer losen Zettelwirtschaft zusammen.

Die Gedanken schwirren überall und nirgendwo herum und wir wissen nicht, wo uns der Kopf steht. Eine beliebte "Lösung" für das Problem: Prokrastination.


Vor ungefähr drei Jahren entdeckte ich das Bullet Journal System und war sofort fasziniert. Es hat eine ganze Weile gedauert, bis ich wirklich verstanden habe, wie das Ganze funktioniert. Nun fühle ich mich aber bereit, meine Erkenntnisse zu teilen - hier ist also mein "How To" Bullet Journal für Anfänger!


Was ist ein Bullet Journal?

Die Antwort ist einfach: ein (vorerst) leeres Buch, das die Funktionen eines Kalenders, Notiz- und Tagebuches miteinander kombiniert. So wird aus dem zusammengebastelten Chaos-System ein Ort, an dem alles einfach zu finden ist. Der Hintergedanke: Kein Suchen nach wichtigen Informationen und kein Überlegen, wo man nun etwas hinschreiben soll mehr.

Alles was du nicht mehr im Kopf behalten musst, schafft Platz für Klarheit, Ordnung und neue Ideen!

Erfunden hat das Bullet Journal übrigens der Produktdesigner Ryder Carroll.



Utensilien - Das brauchst du wirklich

Ich habe ein Faible für Schreibwaren und kann tatsächlich Stunden damit verbringen, das perfekte Notizbuch zu finden. Das darf bei mir auch gerne mal über 20 Euro kosten. Des Weiteren besitze ich Unmengen an Stiften, Stickern und Klebebändern.


Brauchst du das alles? Absolut nicht!

Um loszulegen benötigst du lediglich:


  • Ein Notizbuch.

  • Einen Stift.

  • Optional: Ein Lineal.


Wie fange ich an? - Die wesentlichen Bestandteile

Das Bullet Journal besteht aus verschiedenen Elementen - sogenannten "Spreads" oder auch ganz einfach Seiten.

Diese werden nach und nach hinzugefügt - bedeutet: Jeden Monat setzt man seinen Monatskalender neu auf.

Aber Eins nach dem Anderen! Zwei wesentliche Tools helfen dabei, all das zu organisieren und den Überblick zu behalten:


  • Der Key. Das ist quasi eine Legende aus Symbolen. Für den Anfang empfiehlt es sich, die Symbole einfach zu halten.

  • Der Index oder auch Inhaltsverzeichnis. Ein Bullet Journal sollte über Seitenzahlen verfügen, um jede relevante Seite im Index eintragen zu können. So findet sich alles schnell wieder.



Nun fragst du dich sicher schon, wie du deine Termine planen sollst, wenn du keinen Kalender hast. Dafür gibt es eine einfache Lösung, die sich Future Log nennt.


  • In dem Original System von Ryder Carroll besteht dieser aus Zeilen oder Spalten, in denen lediglich der Monat steht. Dort landen alle Termine und Daten. Zur Übersicht kann es helfen, die Kalendarien der Monate dazuzuschreiben.

  • In meinem Bullet Journal habe ich das Future Log in Quartale aufgeteilt, sprich drei Monate auf jeweils vier Doppelseiten. Zu jedem Quartal gibt es eine Spalte für Fokus, Ziele, Projekte und Aufgaben. Die Monate bestehen aus zwei Spalten. Termine und Aufgaben landen in der ersten, Monatsziele in der zweiten.



Für den Anfang sind diese Seiten völlig ausreichend. Natürlich kannst du noch weitere Spreads hinzufügen - dafür finden sich im Internet unendlich viele Ideen. Doch auch hier gilt: Halte das System so einfach wie möglich - was brauchst du wirklich? Zu viele Seiten können zu Überforderung und Frustration führen - sprich: Es funktioniert nicht.


Monatsplanung - warum jeden Monat neu?

Den Monthly Log setzt man, wie bereits erwähnt, jeden Monat neu auf. Doch warum dieser Aufwand?

Mit jedem Monat wirst du feststellen, dass manche Layouts besser funktionieren als andere und dir immer mal etwas fehlt oder verbessert werden kann.

Sinn und Zweck ist es also, so lange am System zu feilen, bis es funktioniert - und es jederzeit weiterentwickeln zu können.

Wie plant man nun also einen Monat?


  • Die Monatsübersicht besteht im Originalsystem aus den runter geschriebenen Daten des Monats. Jeder Tag hat eine Zeile. Dort trägst du deine Termine aus dem Future Log ein. That's it.

  • Auf der gegenüberliegenden Seite schreibst du Aufgaben auf. Alle für den Monat.

  • Natürlich kannst du es personalisieren, indem du z. B. andere Layouts ausprobiert.

  • Ich nutze auch hier gerne ein weiteres Feld für Fokus und Ziele, um das, was mir wichtig ist, im Blick zu behalten.



Wochen- und Tagesplanung - so geht es weiter

In einem normalen Kalender sind alle Wochen oder Tage in irgend einer Weise vorgegeben. Im Bullet Journal Jargon spricht man vom Weekly oder Daily Log. Hier gilt im Bullet Journal genau das Gleiche für die Wochen und Tage, wie für die Monate: Eins nach dem Anderen.


  • Das originale Bullet Journal sieht zuallererst keine Wochenübersichten vor. Nach dem Monat folgen die Daily Logs. Dementsprechend nimmt man sich täglich Zeit, den Tag zu planen. Ob nun morgens den aktuellen oder abends den kommenden Tag ist Geschmacksache. Jeden Tag schaut man also auf der Monatsübersicht und im vergangenen Daily Log, welche Termine und Aufgaben zu erledigen sind und überträgt diese.

  • Außerdem dient der Daily Log als Auffangbecken für alle Gedanken und Ideen, die einem im Laufe des Tages kommen. All das wird mit einem Spiegelstrich und in kurzen, knappen Worten notiert.

  • Um meine Woche zu starten, schreibe ich mir auch hier gerne meine Ziele und Prioritäten auf und setze eine Intention - quasi einen Leitgedanken - für die Woche.

  • Offen gebliebene Aufgaben werden in den nächsten Tag übertragen oder zurück in den Monthly oder Future Log verschoben.



So hast du jederzeit all deine Aufgaben und Termine im Blick und immer einen festen Ort, um alle Gedanken niederzuschreiben. Das sorgt für jede Menge Klarheit, Produktivität und neue Ideen.


Den Überblick behalten mit dem Key

Auf den Key bin ich am Anfang nur sporadisch eingegangen, dabei spielt er für die Planung von Anfang an eine entscheidende Rolle. Denn alles, was im Bullet Journal landet wird mithilfe der festgelegten Symbole notiert.

Wann immer du also Aufgaben oder Termine, z. B. aus dem Future Log in den Monthly Log, überträgst, wendest du den Key an. Natürlich ebenso auf der täglichen Basis, um den Überblick deiner offenen Aufgaben zu behalten.

Außerdem kannst du wichtige Aufgaben und Termine mit einem Sternchen kennzeichnen, sowie gute Ideen, die du nicht aus den Augen verlieren möchtest, mit einem Ausrufezeichen.




Es ist dein Bullet Journal

Wann immer ich jemandem in meinem Umfeld von meiner Bullet Journal Begeisterung erzähle, höre ich Sätze wie "Das ist mir viel zu aufwendig"oder "Dafür bin ich zu perfektionistisch". Verständlich. Wer einmal "Bullet Journal" auf Pinterest, Instagram oder YouTube sucht, findet unzählige, aufwendig und wunderschön gestaltete Beispiele.


Darum geht es jedoch nicht. Das Bullet Journal muss weder hübsch, noch aufwendig sein.

Es dient dazu, Aufgaben und Termine im Blick zu behalten und diese mit mehr Motivation und Produktivität anzugehen, sowie die eigenen Gedanken zu sortieren und zu reflektieren.


Für diesen Blogpost habe ich ein altes Notizbuch genutzt, um das Beschriebene einmal so simpel und ungeschönt wie möglich zu zeigen - damit eben nicht der Eindruck entsteht, es müsse alles hübsch und ordentlich sein.

Persönlich halte ich es nämlich gerne etwas aufwendiger, jedoch nur, weil mir das Gestalten Spaß macht und es eine Spielwiese für meine Kreativität ist.

Wenn es das für dich nicht ist, ist das kein Thema und kein Grund, es nicht auszuprobieren.


Zusammenfassung

  • Ein Bullet Journal zu starten dauert vielleicht eine halbe Stunde und muss nicht aufwendig sein oder hübsch aussehen.

  • Es bietet dir einen Platz, an dem du alles sammeln kannst. Von Terminen und Aufgaben, über Gedanken und Ideen bis hin zu Erinnerungen und Reflexionen.

  • Im Gegensatz zu einem Kalender schafft das Bullet Journal Raum, um Methoden zu finden, die für dich funktionieren und diese zu verbessern.

  • Im Laufe der Zeit wirst du dich immer weiterentwickeln - nicht nur was das Bullet Journal angeht - und diese Entwicklung sichtbar machen.

  • Mache dein Ding draus, leg die Perfektion beiseite und fang einfach an! Es kann durchaus ein bisschen dauern, bis du deine Routine und dein funktionierendes System findest - also bleibe dran.



Weiterführende Links

Hier findest du weitere Ideen und Inspirationen, falls du noch nicht genug hast ;)


Für Minimalisten - mit wenig Aufwand:


Für Kreative - mit (sehr) viel Aufwand: