Der Website Guide für dein Herzensbusiness / Website selbst erstellen

Beschäftigst du dich gerade mit deiner Website? Hast du vor, dein Herzensbusiness endlich online zu zeigen, findest dich aber vor einem riesigen Berg an Aufgaben und Überforderung wieder?

Eine Website selbst zu erstellen ist eine Menge Arbeit, kostet Zeit, Mühe und manchmal auch sehr viele Nerven.


In vielen Jahren des Bloggens und an Website-Rumgebastle habe ich einiges gelernt. Da die eigene Website immer wieder ein Thema bei meinen Shootings ist, teile ich heute meine Tipps mit dir, um dir ein paar Ideen und Anreize für die Arbeit an deiner Website mitzugeben.


1. Perfektion ist nicht das Ziel

Mach dir das bewusst. Du wirst deine erste Website nicht bauen und für immer mit dem Ergebnis zufrieden sein. So wie du dich entwickelst, wird sich auch deine Website entwickeln.

Lass dich nicht von dem Gedanken "Das ist nicht perfekt genug" aufhalten. Stürze dich einfach in die Sache, fang an und veröffentliche deine Website, sobald sie alles notwenige aufweist.

Du kannst schließlich immer wieder Dinge verändern und verbessern.


2. Den richtigen Anbieter finden

Website Anbieter gibt es wie Sand am Meer. Einige davon sind z.B.:

  • Wordpress

  • Jimdo

  • Wix

  • Squarespace


Es gibt Unterschiede zwischen All-in-one-Baukästen, oder Systemen, für die du einen Host für deine Website finden musst. Ich empfehle dir, die verschiedenen Anbieter auszuprobieren, bevor du ein Abo abschließt oder deine Homepage mietest. Finde heraus, mit welchem System du gut zurecht kommst und welches dir alles bietet, was du brauchst.

Ein günstiger Anbieter bringt dir nicht viel, wenn er deine Ansprüche nicht erfüllen kann oder viel zu kompliziert ist.

Die oben genannten Anbieter habe ich alle ausprobiert und mein persönlicher Favorit ist Wix (dies ist leider keine Kooperation oder bezahlte Werbung - auch wenn ich durchaus offen dafür wäre :D ...). Für mich bietet der Baukasten alles was ich brauche an einem Ort, ist recht intuitiv und einfach zu bedienen, macht die Arbeit an der mobilen Version sehr leicht und bietet schöne Designs.


3. Plane deine Website und erstelle ein Konzept

Bevor wir uns den schönen Designs zuwenden, kann es helfen, sich ein grobes Konzept zu machen.

Welchen Zweck erfüllt deine Homepage und was braucht sie dafür? Welche Inhalte möchtest du vermitteln? Wie möchtest du dich präsentieren?

Die Planung kannst du natürlich so grob oder umfangreich halten, wie du es brauchst.

Soll deine Website schlicht, verspielt, persönlich oder professionell sein? Wie ist dein Unternehmen, was zeichnet es aus?


Außerdem ist es sinnvoll, schon einmal darüber nachzudenken, welche Seiten deine Homepage benötigt? Eine Startseite, eine Seite über dich und eine Kontaktseite sind nahezu unerlässlich.


Wenn du Schwierigkeiten hast, Ideen zu finden, suche dir Inspiration. Schaue dir Websites von Kollegen*Innen an oder suche auf Pinterest nach Website-Layouts oder Templates. Finde heraus, was dir gefällt und mache dein eigenes Ding daraus, denn kopieren ist keine Option.




4. Das richtige Layout und Design

Wenn du mit dem Erstellen deiner Website beginnst, hast du meist verschiedene Möglichkeiten. Bei Wix gibt es z.B. vorgefertigte Layouts oder leere Vorlagen. Bei Wordpress kannst du wiederum zusätzlich eine große Bandbreite an Templates in verschiedenen Shops kaufen.

Wenn du neu in der Thematik bist, dann kann eine vorgefertigte Vorlage definitiv hilfreich sein.


Bei dem Design deiner Internetseite geht es im Grunde genommen darum, deinem Unternehmen - deiner Marke - das passende Gewand zu verschaffen. Im Idealfall weißt du bereits, wie du dein Unternehmen darstellen willst. Welche Farben und Schriften passen dazu? Wie sieht dein Logo aus? Darauf kannst du bei deiner Website aufbauen.


Ein paar generelle Tipps zum Layout und Design:

  • Weniger ist mehr - und das gilt für eigentlich alles.

  • Überlege dir eine übersichtliche Struktur für deine Website, sodass man einfach durch sie navigieren kann. Mache dein Menü auf jeder Seite sichtbar. Nutze weiterführende Links zu den anderen Seiten.

  • Verwende ein simples Schriftbild, d.h. zwei bis drei Schriftarten. Schreibschriften sind schön, aber nicht als Fließtext und auch nicht in GROßBUCHSTABEN! Nutze eine gut lesbare Schrift für Fließtexte und eine Überschrift, die sich abhebt.

  • Verwende ebenso zwei bis drei Farben, keine zwanzig. Überlege dir, welche Farbe wofür verwendet wird, beispielsweise eine Linkfarbe.

  • Schaffe wiederkehrende Elemente auf den verschiedenen Seiten deiner Homepage.

Natürlich kann man nicht pauschal sagen, dass all diese Punkte richtig sind - Design und Ästhetik liegen schließlich im Auge des Betrachters und Regeln kann man auch brechen. Am Ende ist es ein wenig wie mit der Wahl deiner Klamotten: Womit fühlst du dich wohl? Was passt zu dir?


5. Ansprechende Fotos

Diesen Tipp kann ich natürlich nicht unter den Tisch fallen lassen! Investiere in professionelle, ansprechende Fotos.

Ich weiß, es klingt ätzend, aber verpixelte Handyfotos mit Instagram-Filter können den ersten Eindruck komplett ruinieren.


Such dir einen Fotografen oder eine Fotografin, mit der du Fotos machst, die dich so zeigen, wie du wirken möchtest. Das müssen keine steifen Studioportraits sein, sondern können lockere Fotos in deinen Räumlichkeiten oder in einer Umgebung, in der du dich wohlfühlst und die zu dir passt, sein. Ein paar Beispiele findest du unter anderem in meinem Portfolio.


Achte außerdem darauf, dass die Größe und Auflösung der Bilder ausreicht, damit sie am Ende nicht doch verpixelt sind.

6. Inhalt und Informationen auswählen

Nun geht es an die Inhalte. Auch hier gilt - und das sieht man leider bei sehr vielen Seiten nicht - weniger ist mehr. Bei Texten fangen viele an, Romane zu schreiben, denn es gibt ja so viel zu erzählen.

Doch wenn du dich einmal selbst beobachtest, wie du Internetseiten anschaust, stellst du vermutlich fest, dass du diese Romane selten aufmerksam zu Ende liest. So interessant es auch sein mag, was du zu erzählen hast, die wenigsten haben oder nehmen sich die Zeit dafür.

Klingt hart, ist es auch, aber es geht darum, dass die Leute möglichst lange auf deiner Website bleiben.


Eine gute Frage, um deine Informationen unter die Lupe zu nehmen, lautet: Ist das relevant?



Lass uns einmal verschiedene Seiten und ihre Inhalte anschauen:


Deine Startseite

Sie ist quasi der Empfangsbereich. Sie soll ansprechend wirken, den Besucher kurz und einfach darüber informieren, was sie auf deiner Website finden und erwarten können.

Finde eine präzise Beschreibung für dein Unternehmen, die gleichzeitig Emotionen weckt.

Bilder sind auch ein gutes Werkzeug, um deine Startseite ansprechender zu gestalten.

Über die Startseite kannst du deine Besucher wunderbar zu weiteren Seiten leiten und sie neugierig machen. Erschlage sie also nicht mit Informationen.


Deine About Seite / Über mich

Ein kleines Beispiel: Bei Fotografen liest man häufiger lange Texte darüber, wie sie zur Fotografie gekommen sind.

"Als ich ein kleines Kind war, schenkte mein Opa mir meine erste Kamera. Mit dieser hielt ich alles fest, was mir vor die Linse lief. Ich erinnere mich noch an den ersten Urlaub auf dem Bauernhof, keines der Baby-Kätzchen war vor meiner Linse sicher. Opa ist nicht mehr, doch die Fotografie ist mir geblieben... Mit 17 dann..." Dieser Text könnte ewig weitergehen und noch viele Anekdoten, Meilensteine und Erfolge aufzeigen.

Leider sind 80% davon irrelevant. Auf deiner About oder Über mich Seite geht es nicht um deine Lebensgeschichte und es geht auch nicht so sehr darum, deine Expertise zu untermauern.


Ja, die Besucher deiner Website - deine potenziellen Kunden - wollen dich kennenlernen. Aber nicht von A bis Z. Anstatt die Lebensgeschichte und den Lebenslauf gleich anbei auszubreiten und deine Besucher, entschuldige bitte, zu langweilen, hast du die Chance, eine Verbindung zu schaffen.

Zeig deine Persönlichkeit, darum geht es.

Natürlich kann auch die Geschichte, wie es zu deinem Unternehmen kam, interessant sein. Finde einen Weg, sie auf lockere, unterhaltsame und kurze Weise zu erzählen.

Sei überraschend und zeige eine Sache, die man nicht erwartet hätte. Deine potenziellen Kunden wollen wissen, ob ihr zusammenpasst, nicht, ob deine Qualifikation ausreicht. Das sollten sie an diesem Punkt schon wissen. Nutze die About Seite, um eine Verbindung zu schaffen.


Achte hier auch noch einmal auf Tipp 5. Nutze ein oder mehrere hochwertige Fotos - keine Selfies.

Außerdem kannst du deine About Seite wunderbar nutzen, um deine Besucher am Ende der Seite zur Interaktion aufzurufen. Ob sie nun mit dir in Kontakt treten oder dir auf Social Media folgen sollen, bleibt dir überlassen.


Dein Portfolio - Zeige deine Arbeit

Wer sich für dich und deine Arbeit interessiert, will diese natürlich auch sehen. Da bietet sich ein Portfolio an. Es bietet dir die Möglichkeit, das zu zeigen was du machst oder gerne machen möchtest und damit die richtigen Kunden anzuziehen.

Wie du dein Portfolio aufbaust unterscheidet sich natürlich, je nachdem, in welchem Bereich du tätig bist.

  • Bist du gestalterisch tätig? Dann lege eine Galerie an. Wähle deine besten Arbeiten aus, die deine Wunschkunden ansprechen.

  • Wenn du beispielsweise eine Praxis hast, dann zeige deine Räumlichkeiten. Achte auch hier auf die Qualität der Bilder.

  • Auch ein Video, in welchem du deine Arbeit darstellst und vielleicht erklärst kann ansprechend sein.


Deine Leistungen - Was bietest du an?

Darüber hinaus wollen Besucher deiner Website mit Sicherheit wissen, welche Dienstleitungen du anbietest.

Du kannst es wahrscheinlich nicht mehr hören aber... Ja genau: Weniger ist mehr. Doch ernsthaft: Je mehr du schreibst, desto eher verabschieden sich Interessenten.

Deine Leistungen hast du wahrscheinlich schon parat, aber wie präsentierst du sie?

  • Erstelle eine übersichtliche Auflistung, sodass dein potenzieller Kunde sofort sieht, was du anbietest. Beispielsweise durch eine Liste mit deutlichen Überschriften, kurzen Beschreibungen und eventuell kleinen Bildern dazu.

  • Für die Texte können Fragen wie was, warum und wie eine Orientierung sein. Komm auf den Punkt. Je schneller, desto besser.

  • Ein Buchungs- oder Kontaktformular helfen deinen Besuchern, ganz einfach mit dir in Kontakt zu treten.

  • Du kannst hier auch zeigen, mit welchen Kunden du bereits gearbeitet hast und Kundenstimmen einfließen lassen.

Kontaktseite und Rechtliches

Eine Kontaktseite darf auf keiner Website fehlen. Falls du eines nutzt, stelle sicher, dass das Kontaktformular funktioniert und nicht zu kompliziert ist.

Bei rechtlichen Fragen bist du bei mir leider nicht an der richtigen Adresse. Für Impressum, Datenschutzbestimmungen usw. gibt es sowohl online Generatoren, als auch offline fähige Anwälte, die dir dabei helfen.

Ich kann dir nur sagen, dass du dich definitiv darum kümmern solltest ;)


7. Starte deinen Blog

Du hättest kein Herzensbusiness, wenn du nicht auch eine Menge über dein Herzensthema zu erzählen hättest. All die Informationen, welche du auf den anderen Seiten zurück- und kurzgehalten hast, kannst du auf einem Blog Ausdruck verleihen.

Hier kannst du deine Expertise, aber auch deine Persönlichkeit, Dinge die dich beschäftigen und begeistern und vieles mehr teilen. Mit deinem Blog kannst du bestimmen, welche Richtung dein Unternehmen einschlägt und noch einmal stärker deine Wunschkunden ansprechen.

Außerdem kann dir ein Blog helfen, über Keywords und SEO Optimierung (die man bei manchen Baukästen sehr einfach einstellen kann) neue Besucher auf deine Homepage zu locken.


Zum Abschluss

Möchte ich noch einmal betonen, dass dies meine Tipps und Erfahrungen sind, keinesfalls allgemein-gültige Regeln. Am Ende kannst du deine Website so minimalistisch, bunt oder informationslastig gestalten, wie es dir gefällt.


Erwarte nicht, dass die Klicks von heut auf morgen durch die Decke gehen. Wenn du dran bleibst, deine Website zu verlinken, dich zu vernetzen und evtl. deinen Blog pflegst, dann werden deine Besucherzahlen mit der Zeit steigen.


Mit der Zeit würde ich auch immer mal wieder checken, ob alles noch aktuell ist, passt und ggf. Dinge überarbeiten.


Ich hoffe, für dich waren ein paar Gedanken und Ideen dabei, die dir weiterhelfen konnten.

Nun wünsche ich dir ganz viel Spaß und Erfolg beim Erstellen deiner Website!