Mit Pia im Oberhafen / Portraitshooting Hamburg & ein paar Gedanken zur Fotografie






Nureinfoto.


Eine Wortschöpfung, die mich nostalgisch werden lässt.

Mein erster richtiger Fotoblog hieß (nach einigen Irrungen und Wirrungen) so. Es war ein Ort für meine Kreativität, mein virtuelles Fotoalbum, welches ich mit anderen Begeisterten teilte.

Irgendwann habe ich den Schritt gewagt, der so schön kitschig klingt, wie er wohl auch ist: Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht.

Mir hat dabei keiner verraten, dass dabei das geliebte Hobby in den Hintergrund rücken kann.

Mein Job macht mir unheimlich viel Spaß, keine Frage! Ich liebe meine Arbeit wirklich sehr - doch bei all den Kundenwünschen, all den Erwartungen, die erfüllt werden wollen, verliere ich manchmal das aus dem Blickfeld, was Fotografie für mich bedeutet.


Fotografie ist mehr, als eine Kamera und ihr Auslöser auf den man drückt.

Mehr als die Technik, die beherrscht werden will.

Eine gute Kamera, die perfekten Einstellungen und selbst das beste Objektiv der Welt machen allein kein gutes Foto.

Gestaltung macht viel in einem Foto aus.

Trotzdem ist es auch nicht allein das Talent, das hinter der Kamera versteckt steht.

Und auch das Motiv oder Model macht ein Foto nicht von sich aus perfekt.

Die Connection zwischen Fotograf und Motiv muss stimmen.

Fotografie ist vielschichtig.

Es hat mich Technik und Verständnis zu tun. Man muss sein Handwerk beherrschen können.

Doch auch die eigene Perspektive, der eigene Blick und ein bisschen Talent sind von Nöten.

Einfühlungsvermögen, Neugierde, Aufgeschlossenheit braucht es, um sein Motiv oder Model zu verstehen.

Und nicht zuletzt Feingefühl, um den richtigen Moment einzufangen.


Fotografie ist für mich mehr, als meine Kamera, deren Auslöser ich drücke.

Ein Fotoshooting ist jedes Mal eine Erweiterung meines Horizontes.

Eine Begegnung, die mich in irgendeiner Weise prägen wird - und mein Gegenüber vielleicht auch.


Vielleicht muss ich mich damit abfinden, dass ich nicht mehr so oft das Nureinfoto Gefühl von damals spüre - dieses Kribbeln und die Aufregung.

Vielleicht muss ich mich ebenso damit abfinden, dass ich die Fotografie nicht mehr revolutionieren werde, meine Bilder vermutlich in keinen Fotografischen Sammlungen und Geschichtsbüchern zu finden sein werden. Ich bin eine von Millionen, gehe in der Masse - im Internet - unter.

Das ist okay.


Aber vielleicht habe ich heute verstanden, dass es in unserer heutigen Welt längst nicht mehr darum geht, den richtigen und perfekten Moment einzufangen, sondern den echten.


Und vielleicht tue ich das nicht für Instagram, Facebook oder wen auch immer. Sondern für das Fünkchen Nostalgie, das mich manchmal sehr glücklich machen kann.