Update: BPP Young Photo Award / Was in den letzten Monaten los war

Kleiner Disclaimer: Dies ist ein Chaos-Post.


Fangen wir mit einer - für mich - sehr freudigen Nachricht an: Beim BPP Young Photo Award 2021 habe ich es auf den 9. Platz geschafft. Das Thema des Wettbewerbs war "Selbstportrait" und es hätte wohl kein passenderes Thema für mich geben können.

Die Top 20 Fotos sind auf der Homepage des BPP's zu finden: https://www.bpp.photography/youngphotoaward/young-photo-award/ und die Bekanntgabe der Gewinner kann man noch einmal auf Instagram anschauen: https://www.instagram.com/p/COBSorAKLJH/


Zu dem Bild habe ich außerdem einen Text verfasst, den ich an dieser Stelle gerne teilen möchte:


Online ist es leicht sich zu präsentieren, machen wir doch fast alle, oder?

Dort bin ich die, die ich sein will. Zeig dir meine Schokoladenseite, meine spannendsten Facetten, die Highlights meines Lebens. Es ist so leicht, sich hinter einer Fassade zu verstecken, etwas aufzubauen, das dem Ich gleicht, das ich so gerne sein möchte.

Doch wenn ich vor dir stehe, offline, unretuschiert, mit dem was ich roh und unbearbeitet bin, nicht mit dem, was ich gerne sein würde...

Ist das okay? Ist das genug?

Magst du mich auch mit meinen Schattenseiten, meinen merkwürdigen, langweiligen, unschönen Facetten, den Tiefpunkten meines Lebens? Es ist so schwer, das was sich hinter der Fassade verbirgt, ehrlich zu offenbaren. Nicht nur zu zeigen, wie ich gerne wäre, sondern zu sein, wie ich bin. Hinter all dem selbstbewusstem zur-Schau-Gestelle meines erträumten Selbst bleibt am Ende des Tages die große Unsicherheit, ob das, was wirklich echt ist, gut genug ist.



Im Zuge dieses Wettbewerbes habe ich außerdem ein zweites Bild erstellt, welches mich zum Update über die letzten Monate bringt. Denn dieses Foto ist in meinen Augen eine gute Zusammenfassung der vergangenen und immer noch anhaltenden Umstände.



Die letzten Monate - wo fange ich an, wo höre ich auf? Es war und ist ein ständiges Auf und Ab, ein Hin und Her, ein Vor und Zurück, ein Hoch und Tief. Immer und immer wieder. Gefangen zwischen Hoffnung und Euphorie sowie Zweifeln und Ängsten. Was zu Beginn der Pandemie noch ein nahezu motiviertes "Corona zwingt uns alle endlich zu mehr Reflexion und Achtsamkeit" war (jedenfalls in meiner Bubble) ist mittlerweile in ein "Corona bringt uns immer mehr an unsere physischen und psychischen Grenzen"umgeschwungen (jedenfalls in meiner Bubble).

Positiv bleiben wird zunehmend schwieriger, sich mit sich selbst beschäftigen, die Zeit "einfach nutzen" hängt mir zu den Ohren raus und die Sehnsucht nach Normalität ist unendlich groß.


Dennoch versuche ich mich darauf zu besinnen, dass diese Zeit für mich eine Chance bietet. Denn obwohl es nervig und anstrengend ist, immer wieder zu hinterfragen und zu reflektieren, obwohl es so viel angenehmer wäre, jetzt endlich weitermachen zu können, hilft mir die Pandemie zu erkennen, was ich will und was nicht.

So habe ich sehr viel über label einblick nachgedacht, darüber, was ich damit eigentlich machen will und ob der Weg, den ich eingeschlagen habe, der richtige ist. Und so ergeben sich neue Ideen und Gedanken, andere Pläne, neue Ziele. Nur ist es eben nicht so einfach, all dies umzusetzen - gerade in einer Zeit, in der alles ein großes, unsicheres Fragezeichen ist. Wie es weitergeht weiß keiner. Mutig voran zu schreiten und "einfach mal zu machen" ist für mich eben alles andere als einfach. So bewege ich mich zwischen den beiden Extremen - Hoffnung und Angst.


Hier auf der Website hat sich bereits ein bisschen was getan. Neue Bilder, neue Illustrationen und ein neues Thema. Ganz ehrlich: Ich wollte es eigentlich noch nicht veröffentlichen. Habe still und heimlich an meiner Website gebastelt und dann aus Versehen auf "veröffentlichen" statt auf "speichern" gedrückt. Nun ist es also raus: spirituelle Fotografie. Was soll das sein?!

Tja, wenn ich das nur selber so genau wüsste. Wenn ich klar und einfach erklären könnte, wo ich hin will - doch zum jetzigen Zeitpunkt ist es nur ein Gefühl, eine grobe Richtung, ein Wunsch.

Der Wunsch, meine Spiritualität in mein Business und in meine Fotografie einzubringen. Irgendwas mit Reiki. Wie? Keine Ahnung.

Doch wenn ich etwas gelernt habe, dann ist es, dass man nicht immer alles 100% wissen muss, bevor man loslegt. Dinge können sich entwickeln und finden sich meist viel einfacher, wenn man nicht verbissen versucht, Lösungen zu finden.

Die Herausforderungen, denen ich mich stellen muss, sind mich von den Erwartungen und Meinungen anderer zu lösen (wobei es streng genommen meine Erwartungen sind, was andere von mir erwarten) und in meine Fähigkeiten zu vertrauen. Und mich zu zeigen. Sichtbar werden. Ich mag dies nicht einmal hören. Am liebsten möchte ich mir die Decke über den Kopf ziehen und mich verstecken, nicht aus meiner Komfortzone rauskommen. Jedoch beginnt Wachstum und die wahre Lebensfreude eben nicht im Altbekannten, sondern in der Veränderung - dort wo es unangenehm wird, wo es Angst macht. Weiß ich alles. Kann ich alles nicht mehr hören und doch ist mir bewusst, dass ich mich irgendwann entscheiden muss:

Losgehen ins Ungewisse oder verweilen im Altbekannten, wo es eigentlich nichts mehr für mich zu holen gibt.


Veränderungen sind gruselig und genau das macht diese gesamte Zeit so schwer. Alles ist im Umbruch, unsere Gesellschaft in seltsamen Zwiespälten und wir stehen immer noch dieser Pandemie gegenüber, die einfach anhält. Vielleicht haben wir noch nicht genug reflektiert, noch nicht ehrlich und tief genug hingeschaut - denkt mein spirituelles ich. Vielleicht ist es gerade einfach scheiße - sagt mein Ego dazu.


Es ist und bleibt wohl noch eine Weile ein ständiges Auf und Ab, ein Hin und Her, ein Vor und Zurück, ein Hoch und Tief.